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Samstag, 1. September 2018

Blut soll fließen

Wie ich meinen Nachmittag verbringe, um über einen Nebencharakter zu recherchieren, der außerdem nur für einen Absatz vorkommen soll und dann sowieso nicht ausgewählt wird:

Wie viel Eisen ist im Blut? (der menschliche Körper hat laut Recherche etwa nur 3,5 Gramm Eisen)
Wie sieht anämisches (eisenarmes) Blut aus? (es ist hellrot bis rosa, da sauerstoffarm)
Welche Funktion hat das Eisen? (Sauerstoff zum Körper zu transportieren)
Wie viele Liter Blut sind in einem Schwein drinnen, wenn der menschliche Körper ungefähr fünf Liter umfasst? Gibt es da einen Unterschied zu etwa gleichgroßen Tieren?

Das Ärgerlichste – der Typ würde bei näherer Überlegung eigentlich recht nützlich sein, aber ich habe mich schon für jemand anderen entschieden...

Dienstag, 25. April 2017

Rohirrische Namen und das Fail-Potential

oder: Nur, weil er auf einem a endet, bedeutet das nicht automatisch, dass das ein weiblicher Name ist!


Es gibt da so eine Sache im Rohirrischen, die ich damals falsch gemacht habe und die ich in einigen Fanfiktions immer mal wieder sehe.
Das sind nämlich die Namen, besser gesagt, die Endungen davon. Um spezifischer zu sein, die -a Endung. Viele Schreiber, mich nicht ausgeschlossen, gehen von der westlichen Tradition aus und nehmen automatisch an, dass Namen, die auf einem a enden, weiblich sind.
Überraschung! Sind sie nicht, nicht im Rohirrischen zumindest, soweit ich das gesehen habe. Im Sindarin sind es ja auch meist die -wen und -iëll Endungen, die einen weiblichen Namen ausmachen, kein -a am Ende; Rohirrisch ist da nicht anders.
Es ist in Ordnung, rohirrischen Charakteren Namen, die auf einem -a enden, zu geben. Man sollte sich nur bewusst sein, dass die ganzen weiblichen Charaktere dann Männernamen tragen, oder zumindest Namen, die sehr maskulin klingen.
Ich habe damals auch den Fehler gemacht und habe ein kleines Mädchen (und später die Freundin Céadwyns) Winfa genannt. Kann passieren; mittlerweile schüttele ich den Kopf darüber.
Denn alle rohirrischen Namen, die Tolkien nennt und die auf dem Buchstaben -a enden, gehören explizit zu Männern.
Selbst Windfola, das große, graue Pferd, welches Dernhelm/Éowyn und Merry in die Schlacht auf den Pelennor-Feldern trug, wird explizit von Tolkien als „er“/“he“ bezeichnet. (Genauso wie Schneemähne, möchte ich anmerken. Das sind beides keine Stuten.)
Und ja, ich kann mal alle Namen, die auf einem -a enden, heraussuchen und auflisten. Zumindest ein Name sollte den Lesern/Zuschauern vom Herrn der Ringe bekannt sein.
Die Namen lauten: Fréa, vierter König von Rohan, Brytta Léofa, 11. König von Rohan, Walda, 12. König von Rohan, Folca der Jäger, 13. König von Rohan, Freca, ein Dunländer, der den 9.König Helm Hammerhand beleidigte, Háma, sowohl einer der zwei Söhne Helms und der Türwächter Théodens und natürlich Gríma Schlangenzunge, Ratgeber König Théodens und Diener Sarumans. (In einer früheren Version trägt er sogar noch den Namen Frána.)

„Aber, aber“, widerspricht der verwirrte Leser nun, „aber in den Filmen gibt es ein rohirrisches Mädchen, das den Namen Freda trägt! Das ist doch auch ein Name, der auf einem -a endet!“
Ja, das stimmt. Ich möchte jedoch anmerken, dass der Junge den Namen Éothain trägt, welches im Buch einer der Reiter Éomers war, und die Mutter den elbischen Namen Morwen. Ja, es gab tatsächlich eine Morwen von Rohan, nämlich Théodens Mutter, aber das ändert nichts an dem Fakt, dass Morwen eigentlich aus Gondor, spezifischer Losssarnach, kam. Die Eorlingas/Rohirrim gaben ihr später einen eigenen Namen, nämlich Stahlglanz.
Von daher bin ich skeptisch gegenüber dem Gebrauch von Peter Jacksons Namen und es hätte mir weitaus besser gefallen, hätte er sie Elfhild genannt, was immerhin ein rohirrischer Name ist. (Zwar der Name von Théodens verstorbener Frau, aber Tolkien gibt uns nicht wirklich viele rohirrische Frauennamen.)
Die rohirrischen Frauennamen, die uns Tolkien gibt, lauten: Hild, Schwester König Helms, Théodwyn, Schwester König Théodens, Elfhild, Théodens Frau und die Herrin Éowyn, Schwester Éomers. Außerdem gab es in einer früheren Version noch eine Tochter Théodens namens Idis, aber die wurde wieder rausgenommen. (Ich bin froh darüber, ansonsten müsste ich ständig deutlich machen, dass ich ides meine, der altenglische Begriff für „Herrin“, nicht den Namen Idis. Außerdem klingt ides Idis blöd.) Zudem gab es noch eine Tochter Helms, die jedoch nur am Rande erwähnt wurde und namenlos geblieben ist.

Ansonsten hat die -a Endung noch eine weitere Funktion – sie zeigt nämlich im normalen Sprachgebrauch den Plural an. Man schaue sich den Eigennamen für die Rohirrim an, der Eorlingas lautet. Die männliche Einzahl davon lautet Eorling, der Plural Eorlingas. In der Verfilmung auch schön zu sehen, wie Théoden „Forth, Eorlingas!“ ruft.
Die weibliche Einzahl von Eorling lautet – ah, nein, nicht Eorlinga, wie man vielleicht denken könnte. Sie lautet Eorlingu. Der Plural davon lautet Eorlinga. Also: Ein Eorling, mehrere Eorlingas. Eine Eorlingu, mehrere Eorlinga.
Ich habe das System auch für meine eigene Welt verwendet, wo man weibliche Namen daran erkennt, dass sie eher auf -u enden; männliche Namen enden dort meist auf -an, aber das kommt generell daher, dass meine Namen vom Altenglischen inspiriert sind.
 
Der aufmerksame Leser grinst und räuspert sich. „Hast du da nicht etwas vergessen?“ fragt er leise, und für einen Moment erwarte ich halb, dass sein Haar lang und weiß wird und ihm ein Bart sprießt, dass er sich lässig auf einen dunklen Stab stützt. „Du hast selbst eine Protagonistin mit dem Namen stuntfola erschaffen. Brichst du damit nicht deine eigene so schön aufgestellte Regel?“
Nein. Das tue ich tatsächlich nicht.
Der Name stuntfola bedeutet übersetzt dummes Fohlen und setzt sich aus den beiden Worten stunt für „dumm“ und fola für „Fohlen“ zusammen. Das Wort fola ist zwar maskulin, aber wohl eine gängige Bezeichnung für ein jedes Fohlen, ganz gleich, welches Geschlecht. Ein Fohlen ist ein Pferd, welches man noch nicht eingeritten hat und welches zu jung zu reiten ist, von daher wird auf das Geschlecht noch kein Wert gelegt. Ähnlich ist das Wort cild, Kind; ebenso genderneutral und universell gebräuchlich.
Der Name stuntfola hat zudem eine besondere Bedeutung – er ist eine Beleidigung. Er sagt aus, dass Folcwita das Mädchen, welches er da aufgesammelt hat, weder ernst nimmt noch achtet und dass sie in diesem Moment wenig mehr als eine Last für ihn ist. Und weshalb sollte er sich da die Mühe machen, nach ihrem Namen zu fragen, wenn er sie doch nur gleich wieder loswird? Nur bemerkt er ja recht schnell, dass sie zu wichtig wird, als dass er sie einfach wegschicken könnte.
Von daher ist mit dem Namen stuntfola auch alles in Ordnung, da ich mir Gedanken darüber gemacht habe. Es sollte ein erniedrigender, respektloser Name sein, und er passt da, meiner Meinung nach, sehr gut in die Gesellschaft von Folcwita hinein.

Sonntag, 20. November 2016

Erster, Zweiter und Dritter Marschall der Mark

Ich hatte mich immer ein bisschen gewundert, weshalb der Titel „Zweiter“ und „Dritter Marschall der Mark“ existierte, wenn es doch so offensichtlich keinen Ersten Marschall der Mark gab.
Nun, ich lag falsch.
Im Buch wird der Titel „Erster Marschall“ niemals erwähnt, nur der Zweite (Théodred) und Dritte (Éomer) werden namentlich genannt.
Das ist so, weil Théoden den Titel des Ersten Marschalls innehatte. Auf Tolkiengateway steht, dass er in seiner Jugend häufig selbst die Reiter führte.
Schauen wir mal, was diese Titel mit sich bringen.

Dritter Marschall: Kommandant der Reiter von Aldburg in der Folde
Zweiter Marschall: Kommandant der Reiter von Helms Klamm in der Westfold
Erster Marschall: Kommandant der Reiter von Edoras und der umliegenden Ländereien, inklusive „the King‘s Lands“ (ich bin mir unsicher, was genau das bedeutet) und Dunharg

Das heißt, dass Théodred vielleicht die meiste Zeit in Helms Klamm war, und Éomer in der Aldburg. Vielleicht waren sie gar nicht in Edoras, sondern nur dort, wenn sie gerufen wurden. (Und würde das nicht auch Sinn ergeben – die möglichen zukünftigen Könige dorthin schicken, wo sie lernen können?)
Théoden hat den Titel niemals abgegeben; nach seiner Erkrankung hat er ihn behalten. Weder hat er seine Macht aufgeteilt oder abgegeben.
Das ist sehr viel Befehlsgewalt auf einmal.
Vor Allem für Leute, die dem König nahestehen und Einfluss auf ihn haben. Ich habe meinen Lieblingsratgeber also mal wieder gewaltig unterschätzt, und auf einmal macht so vieles so viel mehr Sinn.
Wieder einmal wünschte ich, ich hätte das früher gewusst.

Samstag, 12. November 2016

Ironische Altenglisch-Grammatik

Ich lese des Abends im Bett noch in meiner Altenglisch-App auf meinem Handy.
„The -an Declension@ A few nouns ending in a long vowel or diphtong omit -a, -e, -u in inflexions, eg. léo, LION, léon, léona, léom, [...] fréa, LORD, fréan, fréana, fréam...“
Fréana.
Ich stutze. Fréana. Hm. Klingt irgendwie bekannt, das habe ich schon mal gelesen, woher kenne ich das blo – Frána.
Und meine Augen werden groß, während ich mein Gesicht in mein Kopfkissen drücke, um ein Lachen und einen Fluch zu ersticken.
Tolkien hat ihm in seinem ersten Entwurf den Namen „Herr“ (oder eher „des Herrn“, da fréana Genitiv ist) gegeben, ehe er ihm eine größere Rolle gab und den Namen zu „Maske“ umänderte!
Und ich bin so blöd und wundere mich, weshalb ich bei der Eingabe Frána nichts finde, wobei Tolkien doch allen seinen Namen eine Bedeutung gab! Sogar Fram, einer der rohirrischen Könige, ist mit dabei, hier eben nur fréam, und Fréa natürlich auch, ganz zu schweigen vom 10. König Fréaláf. Viele der rohirrischen Könige heißen tatsächlich etwas mit „Herr“.
Tolkien hat ganz einfach nur das e weggenommen.

Die Bedeutung des Namens passt so wunderbar in meinen „Cwideas“-Headcanon-Hintergrund mit hinein und macht alles wieder so extremst ironisch. Was ist das bloß mit dieser Geschichte, dass so viele nebensächlich erscheinenden Dinge auf einmal eine vollkommen andere Bedeutung bekommen, während ich schreibe?
Wie kommt es, dass so viele meiner geglaubten Plotholes so oft zu einem extremst ironischen, schmerzhaften Plottwist werden, ohne, dass ich es beabsichtige?
Manchmal könnte ich glauben, ich habe Saruman als Muse, der sich einen Spaß daraus macht, Zufälle so anzuordnen, dass sie ein größtmögliches ironisches Licht auf die betreffenden Geschehnisse werfen, sobald sie entdeckt werden. Gut, soll er. Solange es mir nützt und ihm Spaß macht.

Samstag, 23. Juli 2016

Zum Färben von Kleidung

Eigentlich hatte ich ja nach einem leeren Block gesucht, um meine Charaktere besser kennenzulernen, dabei bin ich jedoch auf einige Notizen gestoßen, die ich mir damals in einem Schlossgarten gemacht hatte... dort waren verschiedene Pflanzen, und bei jeder Karte stand noch mit dabei, was für eine Farbe diese ergaben, wenn man damit Stoffe färbte. Ich bin begeistert, dass ich das wiedergefunden habe. Wahrscheinlich ist die Liste unvollständig (und vor Allem sehr grob, denn Schlehe wird nicht das gleiche Blau geben wie Indigo), aber ich lade sie mal trotzdem hier hoch.