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Sonntag, 31. Mai 2020

Das Interview oder Wenn Charaktere stumpf seitenlang erzählen können, ohne unterbrochen zu werden

And the interviewee became the interviewer. [...] We realized that many other people who had touched Tove's life had also touched mine.
- Tove Jansson: Work and Love by Tuula Karjalainen

Ich mag Dialoge. Das liegt unter Anderem daran, dass die Charakterzeichnung in Dialogen meist ein wenig subtiler verläuft, und dass Dialoge meist der Zeitpunkt sind, in dem ein Charakter auf einmal zu leben beginnt und eigenständig einfach Entscheidungen trifft. Wie man durch den Tonfall einer Figur allein schon manches Mal ihre Hintergründe erahnen kann.
Und deshalb ist eine Sache, die mich in der Fiktion immer mal wieder stört, das klassische Interview.

Dienstag, 28. April 2020

Der Nachteil, Charaktere "kennenzulernen", anstatt sie auszuplanen

Wenn man dabei ist, einfach eine ganz harmlose Szene zu schreiben, und auf einmal wagen es die vorkommenden Personen, sich mit Charakter (gasp!) zu infizieren... und zwar in eine relativ ungeplante Richtung. Aber es macht so viel Sinn.


"... und wandte sich an W., der ihn aufmerksam unter seinem dunklen Haarschopf hervor betrachtete."

... ich meine, ja, ich wollte die Haarfarbe beschreiben, aber das klingt doof. Klingt, als wenn er einen Wischmopp auf dem Kopf hätte. Hm. Vielleicht sollte ich den Haarschopf mit einer Kapuze ersetzen?


"...und wandte sich an W., der ihn aufmerksam aus dem Schatten seiner Kapuze beobachtete."


Klingt besser, kann man so stehenlassen. ... aber weshalb hat er eine Kapuze auf? Sicherlich hat er einen Grund dafür, in der Stadt eine zu tragen. Vor Allem, weil mein Hauptcharakter dann auch noch so besänftigend darauf reagiert... Furcht vor etwas? Kann keine körperliche Entstellung sein, wäre zu... klischeehaft; außerdem habe ich bereits einen Charakter, dessen Gesicht von Narben entstellt ist. Weshalb also hat er die Kapuze auf?
Charakter, erzähle es mir! Und bitte schnell, damit ich weiterschreiben kann...

Donnerstag, 20. Februar 2020

Wie verstecke ich mein Gejammere im Text? - Ein Ratgeber

Seit wann wollte ich diesen Blogeintrag schreiben? Schon lange.
Warnung: Sehr dünn verhüllter Sarkasmus.



Es ist erstaunlich, was man alles in Texten verstecken kann.
Im Grunde braucht man nur eine starke Erzählpersönlichkeit oder einen deutlichen Charakter, einen neutralen Schreibstil, hier und da Positives im Text erwähnen und das Genre Humor wählen oder dies am Anfang deutlich machen. (Sarkasmus ist hier dein Freund und Verbündeter.)
Danach kann man wortwörtlich alles schreiben; die Leser werden nicht den Autoren damit in Verbindung bringen.

Donnerstag, 23. Mai 2019

Donnerstag, 16. Mai 2019

Interessante erste Sätze in Büchern

Eine kleine Sammlung von ersten Sätzen in Büchern, die, meiner Meinung nach, gut gelungen, interessant und/oder lustig sind.
Es bedeutet nicht, dass die Bücher dahinter unbedingt gut sind; sie haben nur gute Anfangssätze. Ich sage auch noch nicht einmal, dass ich sie alle vollständig durchgelesen habe (wobei ich nur in ein, zwei Fällen vor dem extremst guten Schreibstil geflüchtet bin), aber bei den meisten ist dies so. Natürlich hätte ich auch eine Sammlung mit jeglichen Kapitelanfängen machen können, aber das würde zu weit führen, wenn ich auch zugebe, dass manche Kapitel der Bücher besser beginnen als ihr eigentlicher Anfang.
Viel Spaß beim Lesen und vielleicht inspiriert werden. :)

Mittwoch, 1. Mai 2019

1. Kapitel - "Die Herren des Schneeborn" - eine alte Überarbeitung

Dank des MSTings zu der Geschichte habe ich einen neuen Headcanon bekommen, der mehr Sinn macht: Das Fürstentum liegt zwar mitten im Herzen des Landes, der Folde, hält sich jedoch aus allem heraus und hat keinen großen politischen Einfluss auf das Königshaus. Sie mischen sich nicht in die Geschicke des Landes ein, sondern bleiben mehr unter sich. Das Fürstentum ist nahe Dunharg angesiedelt, unter dem Dwimordene, aus dem der Schneeborn entspringt... und der gefüllt ist mit verfluchten Eidbrechern. Bei der Familie des Schneeborn sind alle dunkelhaarig. Die Wulfingas waren auch dunkelhaarig, und Wulf verschanzte sich vier Jahre lang in den Bergen, ehe er Edoras einnahm. Die Eorlingas sind immer noch ziemlich rassistisch den Wulfingas gegenüber.
Um mal mein MSTing zu zitieren: Ich habe das Gefühl, die Familie steht seit Generationen unter Beobachtung und ist im Exil und gerade noch so geduldet. Das macht das Ganze gerade sehr interessant.
Ich freue mich, mein Headcanon wächst weiter. Ich wünschte nur, ich hätte das am Anfang der Überarbeitung gewusst, aber so... präsentiere ich die damalige Überarbeitung der "Herren". Es existieren insgesamt sechs Kapitel.

Sonntag, 28. April 2019

Der verzögerte Heimweg


Sort of spoiler von Kapitel 80 – 86 (?) von Cwideas


Wieder eine Schreibblockade.
Es ist beinahe verwunderlich, wie leicht die ganze Sache mit Albert herunterzuschreiben war und wie schwer es mir fällt, jetzt wieder weiterzumachen.

Montag, 4. Februar 2019

Entscheidungen schreiben... und nicht schreiben

Ich gebe zu, dass ich sehr, sehr lange mit dieser Entscheidung gehadert habe, und ich bin mir immer noch ein wenig unsicher. Nun, wir werden sehen.

Das Vorwort zum originalen Kapitel 47/48 des Duftes, als ich noch die eigentliche Entscheidung einbauen wollte. Ich kann euch das angefangene Kapitel zeigen:


Sonntag, 13. Januar 2019

Wie die Filme keinen Sinn machen

Mal wieder ein unfertiger OS, den ich wiedergefunden habe und in dem ich mich über die Unlogik der Herr-der-Ringe-Filme aufrege. Insbesondere über das Handeln gewisser Charaktere, die im Buch so viel klüger gehandelt haben, und Plotholes...!
Viel Spaß beim Lesen. :)


Samstag, 17. November 2018

Namenssuche für Vampirjäger

Ich suche nach weiblichen Vornamen mit der Vorsilbe „Lo-“, denn Tolkien sagte, dass Altenglisch natürlich nur seine eigene Übersetzung für das Rohirrische ist. Lo – oder Loh – bedeutet in etwa Pferd.
Für meine Vampirgeschichte muss ich jedoch Namen finden.


Erster Name, der mir ins Auge springt: Loan. Bretonischer Herkunft, nur darf man den dann nicht englisch aussprechen, ansonsten wird es… sehr doppeldeutig. Nein, das riskiere ich lieber nicht, trotz meiner Liebe für Ironie.



Zweiter Name: Lodovica. Gefällt mir vom klang, aber ist dann doch vielleicht etwas zu fremd.


Dritter Name: Loe. Einfach, schlicht und hat nicht die merkwürdige Implikation des Handelns. Ist Estnisch. Bedeutung: „die aus dem Nordwesten kommt“. Und dann muss ich hilflos lachen, denn natürlich zeigt mein Kopf mir sofort eine Karte von Mittelerde, und was liegt im Nordwesten, wenn wir von Edoras ausgehen?
Isengard.
Den Ort, in den sie im Canon wahrscheinlich niemals auch nur einen Fuß setzen würde.

Ich mag den Namen, den nehme ich. :D



A/N: Es gibt noch den Namen Loira, der aus dem Portugiesischen stammt und „die Blonde“ bedeutet, aber das wäre schon wieder einfallslos, nicht wahr? Obwohl das kurdische Lolaf auch nicht schlecht wäre, weil es Eiszapfen bedeutet. Loresa ist deutscher/albanischer Herkunft und bedeutet Gold, aber auch das wäre vielleicht zu offensichtlich.

Mittwoch, 7. November 2018

Alternativszenen "Cwideas", Teil 2

Und der zweite Teil der Alternativszenen steht. Spoilerwarnung für die Kapitel 54 – 58: Dies ist eine Sammlung der Alternativszenen von dem letzten Gespräch in der Hütte, und dem, was kurz darauf folgt.
Ich wünsche viel Vergnügen, denn diese Szene war von Anfang an geplant und durchlief entsprechend viele Änderungen. Wie üblich, von mir kommentiert und erklärt.
Viel Spaß!

Alternatives "Cwideas", Teil 1

Und auf zu den Alternativszenen... die es, wie ich zugeben muss, fast nur zu "Cwideas" zu finden sind. Zum "Duft" habe ich einige der Alternativszenen bereits in drei Teilen hochgeladen (Teil 1, Teil 2, Teil 3), und zu meinen älteren Geschichten gibt es kaum welche. Zu "Cwideas" jedoch... da gibt es so Einiges.
Viel Spaß wünsche ich!

Montag, 5. November 2018

Alternativszenen

Besteht Interesse daran, dass ich hier Szenen poste, die es nicht in die eigentlichen Geschichten geschafft haben, bzw. verändert wurden?



Interesse an Alternativszenen?
 
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Sonntag, 16. September 2018

But I am not alone, am I?

Da ich gerade frustriert bin und keine gute Laune habe, ein kleiner Text, aus meiner angefangenen "von Zitaten inspirierte OS"-Sammlung.
Viel Vergnügen beim Lesen wünsche ich.


Samstag, 1. September 2018

Blut soll fließen

Wie ich meinen Nachmittag verbringe, um über einen Nebencharakter zu recherchieren, der außerdem nur für einen Absatz vorkommen soll und dann sowieso nicht ausgewählt wird:

Wie viel Eisen ist im Blut? (der menschliche Körper hat laut Recherche etwa nur 3,5 Gramm Eisen)
Wie sieht anämisches (eisenarmes) Blut aus? (es ist hellrot bis rosa, da sauerstoffarm)
Welche Funktion hat das Eisen? (Sauerstoff zum Körper zu transportieren)
Wie viele Liter Blut sind in einem Schwein drinnen, wenn der menschliche Körper ungefähr fünf Liter umfasst? Gibt es da einen Unterschied zu etwa gleichgroßen Tieren?

Das Ärgerlichste – der Typ würde bei näherer Überlegung eigentlich recht nützlich sein, aber ich habe mich schon für jemand anderen entschieden...

Donnerstag, 16. August 2018

Die Sache mit dem Wein

If you ever want an answer to who your character is when drunk, the simplest question is: what would they do if they thought there were no consequences for their actions?
That‘s who they are.
- Michi from howtofightwrite.tumblr.com, in Q&A: Bar Fights


Mal wieder analysiere ich mein eigenes Geschreibsel. Wenn das jemandem auf die Nerven geht, bitte schreien. (Ich werde es wahrscheinlich je nach Inspiration trotzdem tun. Und es ist schließlich bezeichnend, dass einer meiner meist aufgerufenen Blogeinträge sowohl die beantworteten Fragen nach dem „Durchgang von Cwideas“, als auch meine „Altenglischfehler“ aus Cwideas sind. Interesse besteht anscheinend doch.)
Es wird der Sinn des Alkohols im Kapitel diskutiert werden, die dunklen Seiten mancher Charaktere und der Fakt, dass sowohl Saruman, Gríma und Krähenfuß allesamt auf ihre eigene Art und Weise verdammte Bastarde sind. Ich schätze, der letzte Fakt ist nichts Neues.


Spoilerwarnung zu Kapitel 41 von Cwideas!


Samstag, 4. August 2018

Von brutaler Rohheit und damsel in distress

Spoilerwarnung für Kapitel 79 von Cwideas!


Schmugglerproblem

Spoiler ab Kapitel 65 von Cwideas!

(Original geschrieben am 04.01.2017)
Mal wieder entlarvt sich meine Schreibblockade als „ungenügende Recherche“. Ich hatte viel zu sehr über den kommenden Weg von stuntfola nachgedacht, dass ich vollkommen übersehen habe, dass sie ja auch irgendwie aus dem Auenland hinauskommen müssen, ehe ich meine Plot-stationen abarbeiten kann. Und das erweist sich als recht kompliziert.

Samstag, 7. Juli 2018

Leser für Idioten halten

Terry Goodkind hat etwas, das es mir unmöglich macht, seine Bücher zu lesen – er hält seine Leser für Idioten. Ich hatte damals, vor ein paar Jahren, zufällig im Buchladen das gerade neu erschienene Buch „Wahrheit: Die Legende der Magda Searus“ gesehen, fand, dass sich der Inhalt interessant anhörte (Witwe macht sich auf, das Rätsel um den Tod ihres Mannes zu lösen) und habe es mir gekauft.
Ich kam nicht über die ersten paar Seiten heraus und habe irgendwann das Buch entnervt weggelegt.
Der Grund? Goodkind wiederholt ständig, was seine Charaktere sagen und tun. Oder wie sie aussehen.

„Nahezu alle Linien und Furchen seines Gesichts neigten dazu, in der Mitte zusammenzulaufen, so als wäre es eingedrückt, was seinem Gesicht einen Ausdruck von Verkniffenheit verlieh. Seine Gesichtszüge zeugten von Entschlossenheit, so als wäre dieser Mann durch und durch so unerbittlich wie sein Ruf. Er war nicht unbedingt hässlich, sah aber auf jeden Fall höchst ungewöhnlich aus. Auf gewisse Weise verlieh ihm sein ausgeprägtes Gesicht ein Aussehen von erbitterter, herrischer Autorität. Er war unverkennbar der Oberste Ankläger in Person – Lothain, ein Mann von weitreichender Machtbefugnis und entsprechendem Ruf. Seine einzigartigen, von diesen schwarzen Augen wie durchstochenen Gesichtszüge machten es unmöglich, ihn jemals wieder zu vergessen. Magda hatte keine Ahnung, was ein solcher Mann in Begleitung der Ratsmitglieder verloren hatte, bei der Vollstreckung einer Formalität, einer erbärmlich minderen Pflicht, die seiner Zeit nicht würdig schien. Lothains grimmiger Gesichtsausdruck – eingegraben in sein ledriges Gesicht in Gestalt tiefer Falten – machte nicht den Eindruck, als könnte sich dahinter, wie hinter den Mienen der anderen, auch nur die geringste Barmherzigkeit verbergen. Magda hielt den Mann für absolut unfähig, so etwas wie Unbehagen oder gar Scham zu empfinden – und erst recht Mitleid. Seine harten Züge waren der Beweis, dass dieser Mann seine Arbeit mit unnachgiebiger, eiserner Entschlossenheit versah.“

Dieser Absatz ist zwar nicht der, nach dem ich eigentlich gesucht habe, aber ich war ähnlich entnervt nach dem Lesen und wollte gerne sagen: „Danke, Goodkind, ich habe mittlerweile verstanden, dass Lothain ein faltiges, strenges Gesicht hat!“ D:
(Übrigens wurde der Absatz weder von mir verlängert noch sonst wie irgendwie bearbeitet; das steht wirklich genau so da.)
Und Goodkind macht das ständig, habe ich in Erinnerung. Man könnte beinahe glauben, dass er seine Texte nicht editiert.