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Sonntag, 8. April 2018

Mein König heißt "König"!

Da sucht man mal nach dem Wort „Herr“ auf Altenglisch, da man ein Drabble einer genderbent-Version der beiden Lieblingscharaktere schreiben möchte und natürlich ein Äquivalent für ides haben muss… und man stellt fest, dass da auf wunderliche Weise die Namen sämtlicher rohirrischer Könige auftauchen.

Ich wusste ja schon von fréa und fram/fream, auch þéoden war mir bekannt – aber dann auch noch helm, ceorl, léod, brytta, fengel und baldor/bealdor dort zu finden, lässt mich dann doch wieder zweifeln. Schon lustig, dass fast alle rohirrischen Könige ganz einfach „König“ heißen.

Dienstag, 25. April 2017

Rohirrische Namen und das Fail-Potential

oder: Nur, weil er auf einem a endet, bedeutet das nicht automatisch, dass das ein weiblicher Name ist!


Es gibt da so eine Sache im Rohirrischen, die ich damals falsch gemacht habe und die ich in einigen Fanfiktions immer mal wieder sehe.
Das sind nämlich die Namen, besser gesagt, die Endungen davon. Um spezifischer zu sein, die -a Endung. Viele Schreiber, mich nicht ausgeschlossen, gehen von der westlichen Tradition aus und nehmen automatisch an, dass Namen, die auf einem a enden, weiblich sind.
Überraschung! Sind sie nicht, nicht im Rohirrischen zumindest, soweit ich das gesehen habe. Im Sindarin sind es ja auch meist die -wen und -iëll Endungen, die einen weiblichen Namen ausmachen, kein -a am Ende; Rohirrisch ist da nicht anders.
Es ist in Ordnung, rohirrischen Charakteren Namen, die auf einem -a enden, zu geben. Man sollte sich nur bewusst sein, dass die ganzen weiblichen Charaktere dann Männernamen tragen, oder zumindest Namen, die sehr maskulin klingen.
Ich habe damals auch den Fehler gemacht und habe ein kleines Mädchen (und später die Freundin Céadwyns) Winfa genannt. Kann passieren; mittlerweile schüttele ich den Kopf darüber.
Denn alle rohirrischen Namen, die Tolkien nennt und die auf dem Buchstaben -a enden, gehören explizit zu Männern.
Selbst Windfola, das große, graue Pferd, welches Dernhelm/Éowyn und Merry in die Schlacht auf den Pelennor-Feldern trug, wird explizit von Tolkien als „er“/“he“ bezeichnet. (Genauso wie Schneemähne, möchte ich anmerken. Das sind beides keine Stuten.)
Und ja, ich kann mal alle Namen, die auf einem -a enden, heraussuchen und auflisten. Zumindest ein Name sollte den Lesern/Zuschauern vom Herrn der Ringe bekannt sein.
Die Namen lauten: Fréa, vierter König von Rohan, Brytta Léofa, 11. König von Rohan, Walda, 12. König von Rohan, Folca der Jäger, 13. König von Rohan, Freca, ein Dunländer, der den 9.König Helm Hammerhand beleidigte, Háma, sowohl einer der zwei Söhne Helms und der Türwächter Théodens und natürlich Gríma Schlangenzunge, Ratgeber König Théodens und Diener Sarumans. (In einer früheren Version trägt er sogar noch den Namen Frána.)

Aber, aber“, widerspricht der verwirrte Leser nun, „aber in den Filmen gibt es ein rohirrisches Mädchen, das den Namen Freda trägt! Das ist doch auch ein Name, der auf einem -a endet!“
Ja, das stimmt. Ich möchte jedoch anmerken, dass der Junge den Namen Éothain trägt, welches im Buch einer der Reiter Éomers war, und die Mutter den elbischen Namen Morwen. Ja, es gab tatsächlich eine Morwen von Rohan, nämlich Théodens Mutter, aber das ändert nichts an dem Fakt, dass Morwen eigentlich aus Gondor, spezifischer Losssarnach, kam. Die Eorlingas/Rohirrim gaben ihr später einen eigenen Namen, nämlich Stahlglanz.
Von daher bin ich skeptisch gegenüber dem Gebrauch von Peter Jacksons Namen und es hätte mir weitaus besser gefallen, hätte er sie Elfhild genannt, was immerhin ein rohirrischer Name ist. (Zwar der Name von Théodens verstorbener Frau, aber Tolkien gibt uns nicht wirklich viele rohirrische Frauennamen.)
Die rohirrischen Frauennamen, die uns Tolkien gibt, lauten: Hild, Schwester König Helms, Théodwyn, Schwester König Théodens, Elfhild, Théodens Frau und die Herrin Éowyn, Schwester Éomers. Außerdem gab es in einer früheren Version noch eine Tochter Théodens namens Idis, aber die wurde wieder rausgenommen. (Ich bin froh darüber, ansonsten müsste ich ständig deutlich machen, dass ich ides meine, der altenglische Begriff für „Herrin“, nicht den Namen Idis. Außerdem klingt ides Idis blöd.) Zudem gab es noch eine Tochter Helms, die jedoch nur am Rande erwähnt wurde und namenlos geblieben ist.

Ansonsten hat die -a Endung noch eine weitere Funktion – sie zeigt nämlich im normalen Sprachgebrauch den Plural an. Man schaue sich den Eigennamen für die Rohirrim an, der Eorlingas lautet. Die männliche Einzahl davon lautet Eorling, der Plural Eorlingas. In der Verfilmung auch schön zu sehen, wie Théoden „Forth, Eorlingas!“ ruft.
Die weibliche Einzahl von Eorling lautet – ah, nein, nicht Eorlinga, wie man vielleicht denken könnte. Sie lautet Eorlingu. Der Plural davon lautet Eorlinga. Also: Ein Eorling, mehrere Eorlingas. Eine Eorlingu, mehrere Eorlinga.
Ich habe das System auch für meine eigene Welt verwendet, wo man weibliche Namen daran erkennt, dass sie eher auf -u enden; männliche Namen enden dort meist auf -an, aber das kommt generell daher, dass meine Namen vom Altenglischen inspiriert sind.
 
Der aufmerksame Leser grinst und räuspert sich. „Hast du da nicht etwas vergessen?“ fragt er leise, und für einen Moment erwarte ich halb, dass sein Haar lang und weiß wird und ihm ein Bart sprießt, dass er sich lässig auf einen dunklen Stab stützt. „Du hast selbst eine Protagonistin mit dem Namen stuntfola erschaffen. Brichst du damit nicht deine eigene so schön aufgestellte Regel?“
Nein. Das tue ich tatsächlich nicht.
Der Name stuntfola bedeutet übersetzt dummes Fohlen und setzt sich aus den beiden Worten stunt für „dumm“ und fola für „Fohlen“ zusammen. Das Wort fola ist zwar maskulin, aber wohl eine gängige Bezeichnung für ein jedes Fohlen, ganz gleich, welches Geschlecht. Ein Fohlen ist ein Pferd, welches man noch nicht eingeritten hat und welches zu jung zu reiten ist, von daher wird auf das Geschlecht noch kein Wert gelegt. Ähnlich ist das Wort cild, Kind; ebenso genderneutral und universell gebräuchlich.
Der Name stuntfola hat zudem eine besondere Bedeutung – er ist eine Beleidigung. Er sagt aus, dass Folcwita das Mädchen, welches er da aufgesammelt hat, weder ernst nimmt noch achtet und dass sie in diesem Moment wenig mehr als eine Last für ihn ist. Und weshalb sollte er sich da die Mühe machen, nach ihrem Namen zu fragen, wenn er sie doch nur gleich wieder loswird? Nur bemerkt er ja recht schnell, dass sie zu wichtig wird, als dass er sie einfach wegschicken könnte.
Von daher ist mit dem Namen stuntfola auch alles in Ordnung, da ich mir Gedanken darüber gemacht habe. Es sollte ein erniedrigender, respektloser Name sein, und er passt da, meiner Meinung nach, sehr gut in die Gesellschaft von Folcwita hinein.

Sonntag, 22. Januar 2017

Salatige Namenssuche und fehlender Gesang

Ich bin auf der Suche nach einem Namen für einen meiner rohirrischen Berater und habe per Zufallsprinzip beschlossen, dass der Name mit „E“ anfangen soll.
Ich schaue mir also im Internet die Altenglisch-Deutsche Liste zum Buchstaben E an, und stolpere über das Wort esne, welches Arbeiter, Diener bedeutet. Auch das Verb essian, was vergeuden heißt, gefällt mir ganz gut.
Den Namen Escwulf möchte ich nicht recyclen, da das zu nahe an Dunwulf dran ist, und so suche ich dann in meiner Liste der Namensendungen nach einer, die vielleicht passen könnte.

Samstag, 12. November 2016

Ironische Altenglisch-Grammatik

Ich lese des Abends im Bett noch in meiner Altenglisch-App auf meinem Handy.
The -an Declension@ A few nouns ending in a long vowel or diphtong omit -a, -e, -u in inflexions, eg. léo, LION, léon, léona, léom, [...] fréa, LORD, fréan, fréana, fréam...“
Fréana.
Ich stutze. Fréana. Hm. Klingt irgendwie bekannt, das habe ich schon mal gelesen, woher kenne ich das blo – Frána.
Und meine Augen werden groß, während ich mein Gesicht in mein Kopfkissen drücke, um ein Lachen und einen Fluch zu ersticken.
Tolkien hat ihm in seinem ersten Entwurf den Namen „Herr“ (oder eher „des Herrn“, da fréana Genitiv ist) gegeben, ehe er ihm eine größere Rolle gab und den Namen zu „Maske“ umänderte!
Und ich bin so blöd und wundere mich, weshalb ich bei der Eingabe Frána nichts finde, wobei Tolkien doch allen seinen Namen eine Bedeutung gab! Sogar Fram, einer der rohirrischen Könige, ist mit dabei, hier eben nur fréam, und Fréa natürlich auch, ganz zu schweigen vom 10. König Fréaláf. Viele der rohirrischen Könige heißen tatsächlich etwas mit „Herr“.
Tolkien hat ganz einfach nur das e weggenommen.

Die Bedeutung des Namens passt so wunderbar in meinen „Cwideas“-Headcanon-Hintergrund mit hinein und macht alles wieder so extremst ironisch. Was ist das bloß mit dieser Geschichte, dass so viele nebensächlich erscheinenden Dinge auf einmal eine vollkommen andere Bedeutung bekommen, während ich schreibe?
Wie kommt es, dass so viele meiner geglaubten Plotholes so oft zu einem extremst ironischen, schmerzhaften Plottwist werden, ohne, dass ich es beabsichtige?
Manchmal könnte ich glauben, ich habe Saruman als Muse, der sich einen Spaß daraus macht, Zufälle so anzuordnen, dass sie ein größtmögliches ironisches Licht auf die betreffenden Geschehnisse werfen, sobald sie entdeckt werden. Gut, soll er. Solange es mir nützt und ihm Spaß macht.

Samstag, 8. August 2015

Verniedlichungsformen

Ich... habe mich ein wenig über etwas gewundert, nämlich sage und schreibe über den Namen Sarumans, der ihm von seinen Leuten aus Isengard gegeben wurde. Der Name Scharrer, Sharkey im Englischen, ist laut Tolkien eine abgewandelte Form von dem orkischen Wort sharkû, welches alter Mann bedeutet.
Saruman selbst spricht recht locker darüber, hat es den Anschein: „All my people used to call me that in Isengard, I believe. A sign of affection, possibly.
Nun... wenn sharkûalter Mann“ bedeutet und das „-ey“ eine Art Verniedlichung (sign of affection) ist... heißt das, dass der Name Sharkey dann wortwörtlich so etwas wie „altes Männchen“ bedeutet? :D
Ist sich Saruman sicher, dass er den Namen wirklich gut findet?

Dienstag, 28. Juli 2015

Verschwörungstheorien und bekannte Namen in falschen Büchern

Ich weiß, dass man überall Verschwörungstheorien sehen kann. Mir ist gerade passiert, dass ich zu einem Projekt den altenglischen Namen des Monats „November“ nachgeschaut habe.
Und habe dann erstmals etwas fassungslos die Übersetzung angestarrt, ehe ich anfangen musste, zu lachen, da das so ironisch war. Werter Herr Tolkien; ich frage mich, ob das Absicht war. Sprachenbegabt war er ja und er hat mehr als einmal Worte aus dem Altenglischen entlehnt. Möglich, dass das sogar gewollt war.

Der Name des Monats lautet nämlich „blótmónaþ“ und bedeutet „the month of sacrifice“.
Sacrifice.
Ich muss immer noch ein bisschen lachen, wenn ich da an Lobelia denke. Die arme Lobelia, und die armen Hobbits, die tatsächlich so viel geopfert haben.
Ja, ich würde sagen, meine Planung passt sogar besser, als ich dachte.


Dazu kommt noch, dass ich mal wieder drei von Tolkiens Namen in anderen Büchern entdeckt habe und mich sehr darüber amüsiert habe.
Zwei davon tauchen in George R.R.Martins Büchern auf - nämlich einmal der Name Beren und einmal der Name Daeron. Lustigerweise ist Daeron sogar ein begabter Sänger der Night's Watch.
Und auch Andrzej Sapkowski hat von Tolkien geliehen - oder eher, CD Project Red. Der General von Eredin, dem König der titelgebenden "Wild Hunt" des dritten Teils der Spielereihe um den Witcher Geralt trägt den Namen Caranthir. Ich frage mich jetzt, ob wohl Fëanors andere Söhne wohl auch noch auftauchen werden...