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Sonntag, 13. März 2022

Thorongil auf Altenglisch

Das Thema Namen ist immer eine sehr interessante Frage in der Fiktion.

Genauer gesagt, die Übersetzung von diesen in andere Sprachen, weil mir bei der Recherche, ob im Wörterbuch der Buchstabe þ beim Wort æþeling nach dem t oder vor dem t kommt, ein sehr unterhaltsames Wort über den Weg gelaufen ist.

Æstel. Klingt ganz ähnlich wie Estel. Und daraus entstand eine kurze Geschichte, was vielleicht erklärt, weshalb Aragorn in Rohan schnell den Namen Thorongil wählte.
Aber ich war dann doch wieder neugierig: Was bedeutet Thorongil, wenn man ihn ins Rohirrische übersetzt?


Der Name Thorongil, wenn man ihn als Þorongiel schreibt, würde von den Worten þorn (Dorn, Dornbusch), þorniht (dornig) oder þorfte (dürfen) kommen.

Der zweite Teil des Namens ist schwieriger, da eben das G vor einem e, i oder y in der Aussprache her zu einem j wird. Das Einzige, was ich dazu finde, ist das Wort ongieldan, was so in etwa für etwas büßen, sühnen, entschädigen bedeutet.

Man könnte natürlich auch onweald (Herrschaft, Macht, Autorität) – ha, nein. Hätte der Herr wohl gerne. Auch das haut von der Aussprache her nicht hin, da das ea eben nicht wie das moderne Englisch ie ausgesprochen wird, sondern eher æa. Onwindan (lockern, entspannen) passt da schon eher, aber auch nicht so gut wie ongieldan.

Was macht das also? Þorongiel – der büßende Dornbusch. Interessantes biblisches Bild.

Besser als Æstel, das Lesezeichen, ist es Allemal.

Samstag, 12. November 2016

Ironische Altenglisch-Grammatik

Ich lese des Abends im Bett noch in meiner Altenglisch-App auf meinem Handy.
The -an Declension@ A few nouns ending in a long vowel or diphtong omit -a, -e, -u in inflexions, eg. léo, LION, léon, léona, léom, [...] fréa, LORD, fréan, fréana, fréam...“
Fréana.
Ich stutze. Fréana. Hm. Klingt irgendwie bekannt, das habe ich schon mal gelesen, woher kenne ich das blo – Frána.
Und meine Augen werden groß, während ich mein Gesicht in mein Kopfkissen drücke, um ein Lachen und einen Fluch zu ersticken.
Tolkien hat ihm in seinem ersten Entwurf den Namen „Herr“ (oder eher „des Herrn“, da fréana Genitiv ist) gegeben, ehe er ihm eine größere Rolle gab und den Namen zu „Maske“ umänderte!
Und ich bin so blöd und wundere mich, weshalb ich bei der Eingabe Frána nichts finde, wobei Tolkien doch allen seinen Namen eine Bedeutung gab! Sogar Fram, einer der rohirrischen Könige, ist mit dabei, hier eben nur fréam, und Fréa natürlich auch, ganz zu schweigen vom 10. König Fréaláf. Viele der rohirrischen Könige heißen tatsächlich etwas mit „Herr“.
Tolkien hat ganz einfach nur das e weggenommen.

Die Bedeutung des Namens passt so wunderbar in meinen „Cwideas“-Headcanon-Hintergrund mit hinein und macht alles wieder so extremst ironisch. Was ist das bloß mit dieser Geschichte, dass so viele nebensächlich erscheinenden Dinge auf einmal eine vollkommen andere Bedeutung bekommen, während ich schreibe?
Wie kommt es, dass so viele meiner geglaubten Plotholes so oft zu einem extremst ironischen, schmerzhaften Plottwist werden, ohne, dass ich es beabsichtige?
Manchmal könnte ich glauben, ich habe Saruman als Muse, der sich einen Spaß daraus macht, Zufälle so anzuordnen, dass sie ein größtmögliches ironisches Licht auf die betreffenden Geschehnisse werfen, sobald sie entdeckt werden. Gut, soll er. Solange es mir nützt und ihm Spaß macht.

Donnerstag, 31. Dezember 2015

Wort für Wort

Ich habe nach langem Überlegen meine seit zwei Jahren gesammelte Wortliste auf meinen Blog gelegt. Schon seit langer Zeit, schon bevor ich die Projekte von Pooky entdeckt hatte, habe ich mir immer wieder gerne Herausforderungen für das Schreiben gestellt, und die Herausforderung, zu einem Wort, zu einem bestimmten Satz oder gar zu einem Liedtitel eine kleine Szene oder eine Geschichte zu schreiben, fand ich sehr toll. Und ich wollte gerne eine eigene Liste haben, mit eigenen Wörtern.
Letztendlich ist die Liste ein Geburtstagsgeschenk für eine Freundin geworden, und ich habe mich nicht recht getraut, sie anzufangen; aus dem einfachen Grund, weil ich mich nicht entscheiden konnte, ob ich die Liste für eine Freie Arbeit, also mein Weltenbasteln, benutzen sollte, oder ob ich damit Fanfiktion schreiben sollte.
Von daher, weil ich einfach manche der Wörter toll finde, habe ich mich dazu entschlossen, sie hier auf meinen Blog zu stellen. Sie darf frei benutzt werden.

Samstag, 8. August 2015

Verniedlichungsformen

Ich... habe mich ein wenig über etwas gewundert, nämlich sage und schreibe über den Namen Sarumans, der ihm von seinen Leuten aus Isengard gegeben wurde. Der Name Scharrer, Sharkey im Englischen, ist laut Tolkien eine abgewandelte Form von dem orkischen Wort sharkû, welches alter Mann bedeutet.
Saruman selbst spricht recht locker darüber, hat es den Anschein: „All my people used to call me that in Isengard, I believe. A sign of affection, possibly.
Nun... wenn sharkûalter Mann“ bedeutet und das „-ey“ eine Art Verniedlichung (sign of affection) ist... heißt das, dass der Name Sharkey dann wortwörtlich so etwas wie „altes Männchen“ bedeutet? :D
Ist sich Saruman sicher, dass er den Namen wirklich gut findet?

Donnerstag, 26. März 2015

Hexerhafte Inspiration

Manche werden vielleicht bemerkt haben, dass ich ab und zu in meiner Geschichte „Der Duft des Grases im Wind“ Hintergrundmusik von dem noch erscheinenden Spiel „The Witcher 3: The Wild Hunt“ verlinkt habe.
Dies hat einen Grund – nicht nur den, dass ich finde, dass die Musik zu der Stimmung der jeweiligen Kapitel passt.
Nein, es ist tatsächlich ein wenig die Welt des „Witchers“, die mich fasziniert hat und die einen kleinen Einfluss auf meine Geschichte nimmt. Ein großer Teil des Spiels (welches ich selbst nie gespielt habe, ich spreche also nur von dem, was ich darüber gehört und ein wenig gesehen habe) läuft nämlich darauf hinaus, dass man Entscheidungen treffen muss, die in einer recht düsteren, mittelalterlichen Welt stattfinden.
Und dies sind meist nicht solche Entscheidungen wie „Wähle entweder das Schwert des Verschlingens aus oder den Bogen der allmächtigen Schusskraft“, nein.
Nehmen wir mal ein Exempel: Geralt (Hauptperson und Witcher/Hexer, gleichbedeutend mit Monsterjäger) wurde vom Bürgermeister einer Stadt ausgeschickt, einen Troll zu töten, der den Handel und den Verkehr der Brücke aufhält (denn bekanntlich wohnen Trolle unter Brücken). Zudem gibt der Troll ein schönes Kopfgeld, welches man sich abholen kann, wenn man den Kopf als Beweis zurückbringt. Auf dem Weg zu besagter Brücke trifft man auf einen Dorfbewohner, der von Kreaturen angegriffen wird. Man tötet die Kreaturen recht leicht und redet dann mit dem Dorfbewohner, der einem enthüllt, dass der Troll bisher eigentlich die Brücke sehr gut instand gehalten und dafür nur ein wenig Wegzoll von den Reisenden kassiert hat. Dann kommt jedoch das Problem: Der Troll hat ein Alkoholproblem und verlangt nur noch nach Wodka, tut aber nichts mehr. Der Dorfbewohner und auch der Dorfvorsteher bitten Geralt, dem Troll nichts anzutun und ihm nur zu helfen, von seinem Alkoholproblem wieder wegzukommen.
Und hier ist man also gezwungen, eine Entscheidung zu treffen: Lässt man den Troll am Leben und hilft somit den Bürgern? Oder erschlägt man den Troll und lässt die Brücke Brücke sein und bekommt somit das Kopfgeld?
Wie man sich auch entscheidet, zieht dies Konsequenzen nach sich, die ein mögliches Ende des Spiels verändern.

Und dies versuche ich ein wenig, mit meiner Geschichte zu erreichen. Die Wahrscheinlichkeit, dass Rýne irgendwann aktiv zwischen Leben und Tod einer Person entscheiden muss, ist zwar nicht so groß... aber sie mag kommen, irgendwann. *g* Ihr Weg ist trotz Allem mit dem „Herrn der Ringe“ verbunden, und man mag manchen Figuren vorschnell gegenüber urteilen.
Ich möchte meine Leser dazu bringen, über ihre Entscheidungen nachzudenken, Vor- und Nachteile abzuwägen und nicht kopflos loslaufen und die Welt in Schwarz und Weiß einzuteilen. Noch sind die Konsequenzen von Rýnes Entscheidungen nicht so groß gewesen, (zudem Rýne nicht die Person ist, die die großen, moralischen Entscheidungen wird treffen dürfen) doch das mag sich noch ändern, im Laufe der Geschichte. Zum Teil, zumindest.
Wir werden sehen, was sich noch auf ihrer Suche nach Dunwulf und ihrer Vergangenheit ergeben mag.

Montag, 20. Oktober 2014

Lieblingswort des Tages

Auf der Suche nach einem Namensvorschlag für eine Nutzerin für ihre rohirrische Familie habe ich nach dem Wort "beschützen" gesucht, um daraus vielleicht einen Namen zu bilden. Natürlich liegt die Endung "-mund" nahe, da der Name "Éomund" ja "Pferde-Beschützer" oder "Pferde-Hüter" heißt.
Aber glücklicherweise ist es ja nicht das einzige Wort, und so bin ich auf das eine Wort gestoßen, was mir für einen Moment den Atem stocken ließ:

Sceadwian
- to cover with shadow, to protect

Und darunter die Konjunktion, natürlich, I cover with shadow, you cover with shadow, he/she/it covers with shadow... doch das habe ich gar nicht mehr richtig mitbekommen, weil ich vor meinem inneren Auge schon viel zu sehr in das Bild von einem dunklen Umhang versunken war, der sich über eine kauernde Gestalt legt. *-*
Könnte gut für meinen einen Lehrer passen, der in "Wolkenschatten" auftauchen wird. Oder für ein paar andere Charaktere dort... oder eben für Gríma und Saruman... und Sauron.
"Ic will munde þé, Gríma, ic will sceadwe þé and sprice ac þín tunge." - I will protect you, Gríma, I will cover you with shadow and speak with your tongue.
Das klingt so poetisch... so toll.*-*